Freitag, 31. August 2007

Daffodil Day

Huhu,
heute war Daffodil (Gelbe Narzisse) Day in NZ! Das ist hier ein Symbol fur den Kampf gegen Krebs - insbesondere Hautkrebs, da viele Kiwis davon betroffen sind!
In der kleinen 60-Mann-Schule unten im Dorf sollten die Kinder deshalb heute alle etwas gelbes tragen und konnten fuer die Krebshilfe spenden und haben dafuer dann eine kleine Narzisse bekommen. Sehr schoene Aktion, wie ich finde! Leider hab ich nichts Gelbes zum Anziehen gehabt!
Habe meinen freien Vormittag heute, nach einem grossen Hausputz gemeinsam mit Linda, am Pakiri Beach verbracht! Das war herrlich! Man konnte nur im Shirt am Strand sitzen und keine Menschenseele ausser mir war da! Irgendwann war mir sogar so warm, dass ich ganz mutig das erste Mal meine Fuesse im Pazifik gebadet hab! War doch recht kalt, aber hat Spass gemacht!
Nachmittags waren drei Maedels zu Besuch. Sie sind mit ihren Eltern fuer ein Jahr in Neuseeland, da der Vater fuer BBC hier eine Reportage dreht. Sehr interessant. Gemeinsam mit Linda und der Mutter hab ich vorhin dann sogar ein bisschen Wein getrunken.
Nun sind die Kinder nach einem langen Tag im Bett, Garth und Linda in Warkworth eingeladen und ich huete hier das Haus. Morgen Abend auch noch, aber dafuer hatte ich ja letzte Woche viel frei!
Sonntag ist hier uebrigens Fathers Day!

Liebe Kiwi-Gruesse! Wuensch euch ein schoenes Wochenende!

Montag, 27. August 2007

Urlaub!

Mein "Urlaub im Urlaub" ist wieder vorbei. Die Falconers waren von Donnerstag bis gestern fuer vier Tage im Urlaub auf dem Mt Ruapehu (keine Ahnung ob das so richtig geschrieben ist) im Zentrum der Nordinsel. Eigentlich sollte dort Ski gefahren werden. Da die letzten Wochen aber immer super Wetter war, wurde daraus ein Treffen mit einer anderen Family geplant. Also war ich da ein bisschen ueberfluessig und hatte 4 Tage das ganze schoene Haus fuer mich allein und musste mich nur um die Tiere kuemmern. Allein? Na ja, fast... Am Samstag sind Antto und Max, ehemalige Mitschueler, nach Warkworth gekommen! Habe sie dann direkt vom Bus abgeholt und letztendlich haben die beiden dann auch hier in Leigh uebernachtet. Vorher habe ich ihnen ein bisschen die Gegend gezeigt. So waren wir beispielsweise am Strand von Goat Island, haben dort eine Tour mit dem GLass Bottom Boat unternommen (dabei gaaaanz viele Fische, Rochen und sonstige Tierchen beobachten koennen). Sogar Delfine haben wir gesehen! Das war cool!
Abends haben wir dann zusammen gekocht und Karten gespielt.
Am naechsten Morgen startete dann die Job- und Unterkunftssuche. Habe sie dabei begleitet und wieder einige neue Menschen kennengelernt. Antto und Mx wollten gerne Wwoofing machen (also auf Farmen fuer Kost und Logis arbeiten), waren dann mit einer Familie in Kontakt und dann stellte sich heraus, die Frau auch Deutsche war. Die Gute hat uns dann gleich zur Teatime eingeladen und uns natuerlich ne Menge erzaehlen koennen! Sie kann die Jungs aber erst naechste Woche gebrauchen und hat, um den Max und Antto behilflich zu sein, sogar selbst einige Bekannte angerufen, ob sie Arbeit haetten! Sehr freundlich. Letztendlich sind die beiden dann doch noch an Arbeit auf einem nahegelegenen Campingplatz gekommen, fahren allerdings wahrscheinlich morgen weiter gen Norden nach kerikeri. Die Zeit mit den beiden habe ich aber sehr genossen.
Hier war nun heute wieder Alltag angesagt. Nach der Schule sind wir mit Linda zu ihren Eltern gefahren, die gerade eine kleine Weltreise hinter sich haben. Das war sehr interssant.
Ausserdem ist heute ein kleines Care-Paket von meiner Familie angekommen - mit ganz viel schokolade und einen verdammt lieben Brief!
Ach und noch was Neues hab ich entdeckt! Hier auf der Verbindungsstrasse zwischen all den Doerfern verkaufen die Leute alle moeglichen selbsterzeugten Produkte direkt am Highway... Aber nicht so wie wir das vllt von Erdbeerbuden oder so kennen. Die stellen den Kram einfach ohne Verkaeufer mit einem Preisschild an die Strasse und vertrauen darauf, dass die Customer wirklich bezahlen! Und das ganze klappt! Wirklich beeindruckend! :)

Liebe Gruesse aus dem stuermischen, nebligem, sehr regnerischem Leigh!

Samstag, 18. August 2007

Cape Reinga - ich war da!


Huhu,
schreibe euch heute aus einem Internet-Portal bei Mc Donalds, denn bin momentan nicht in Leigh sondern in Kaitaia, wo ich zusammen mit Marlene ein langes, freies Wochenende geniesse.
Sind gestern zusammen per Bus 5 h hier in den Norden gefahren und haben unser Zimmer in einer Lodge bezogen, in der wir mehrere andere Deutsche getroffen haben - sogar einen Studenten aus Kiel! In unserem 4er-Zimmer schlafen wir mit einer Schweizerin, die sich hier das Bein gebrochen hat! So was kann natuerlich auch immer passieren! Jetzt ist sie seit 8 Wochen hier in Kaitaia...
Werde euch das sicherlich nochmal genauer berichten, aber momentan hab ich nur noch wenige Minuten auf meinem Internetkonto!
Der eigentliche Grund, weshalb wir nach Kaitaia gefahren sind, ist dass wir hier heute eine Sand Safari zum Cape Reinga, der Nordspitze Neuseelands, mitmachen wollten.
Heute Morgen um 9 gings los! 115 km Busfahrt! Das war ein toller tag! Als erstes fuehrte uns unser maori-Busfahrer (gleichzeitig Tourguide, Entertainer, Kellner und Postbote) zum Gumdiggers park! Dort gab es wieder eine kleine Tour durch einen Kauriwald (das sind 100.000 Jahre alte Baeume, die es nur in NZL gibt) und mit deren Erzeugnissen hier im 19.Jh die Leute ihr Geld verdient haben! war sehr interessant! Anschliessend an mehreren Souveniershops vorbei ans Cape! Wunderschoen sag ich euch! Diese landschaften! So schoen, so wechselhaft! Am Cape war natuerlich Foto-Shooting mit dem Lighthouse angesagt! Man sogar richtig gesehen wie die tasman sea und der Pazifik zusammen geflossen sind. verdammt rauhe See! nach unser Lunch-Pause ging es in die riesigen Duenen zum Sandboarding! Das war sooo lustig! Schlittenfahren auf Sand! Was haben wir Spass gehabt! Auf dem Rueckweg sind wir dann die ganze Zeit am Strand zurueck gefahren! 90 Mile Beach! Wie der Name schon sagt schien er unendlich lang zu sein!
Zwischendurch hat uns unser Maori Tourguide dann immer noch Maori Lieder vorgesungen! Echt cool!
Viele schoene Fotos werden demnaechst folgen!
Morgen geht es frueh zurueck nach Leigh! Um 7.30 faehrt der einzige Bus zurueck.
Alles in allem war das ein sehr schoenes Wochenende! War toll Marlene nach der langen zeit wieder zu sehen. hatten uns natuerlich viel zu berichten! Und fast haetten wir hier auch noch zwei andere AIFS-Mitreisende getroffen, haben uns aber wohl knapp verpasst!

Liebe Gruesse aus Kaitaia!

Dienstag, 14. August 2007

Mein Tagesablauf in Leigh

Bin nun seit einem Monat unterwegs und seit etwas mehr als einer Woche Au-Pair in Leigh – wie die Zeit vergeht!
Meine Tage hier verlaufen meist in etwa so:
6.40 am: Aufstehen
7 am: Fruehstueck – Es gibt alles was die Kinderherzen begehren. Muesli, Cornflakes, Wit Bigs (natuerlich alles mit Honig!), Toast oder manchmal auch Egg Pie mit Bacon.
8.15am: Nachdem Linda und ich die Kinder zum Anziehen und Zaehne putzen angetrieben haben und ich ihre Lunchpakete vorbereitet habe, lade ich Laila, Harry und Fraser in den Saab ein und fahre 10 Minuten den Berg hinab ins kleine Dorf Leigh und bringe die Kinder zur Schule.
9pm: Linda verlaesst das Haus oder ist mit ihrem Gartengeschaeft-Eroeffnungskram zu Hause beschaeftigt, so dass ich den kleinen Hausputz erledige. Kinderzimmer aufraeuemen, staubsaugen, buegeln etc.
11am-2pm: Ich habe frei! Fahre an den Strand oder nach Warkworth oder surfe im Internet
3pm: Die Kinder warden abgeholt und anschliessen wird immer irgendwas unternommen. Ob ne Fahrt zum Spielplatz oder zu einem der vielen Straende, Hauptsache nicht vor den Fernsehr.
5pm: Wir kommen nach Hause. Schularbeiten sind meist verdammt schnell erledigt und es wird weiter gespielt.
6.30pm: Muedigkeit taucht nach dem langen Tag bei den dreien auf und es geht dann meist nichts mehr ausser TV gucken. Heulattacken treten auf, wenn eins der Kinder nicht das bekommt, was es will. Aber nicht mit mir. So musste ich nun schon ein paar Mal in Kauf nehmen, dass die drei mich nicht immer moegen. Das isty glaube ich auch sehr viel protest, weil sie merken, dass ihre Mama nicht mehr so viel Zeit fuer sie hat.
7pm: Dinner-Time. Es gibt immer was Warmes abends, da ein gemeinsames Mittagessen ja nicht moeglich ist. Papa Garth wurde in der Zwischenzeit auch schon begruesst.
8pm: Schlafenszeit nach einer kurzen Gute-Nacht-Geschichte.
9.30 pm: Ich fall muede ins Bett nachdem ich mit den Eltern noch nen Film gesehen, gelesen oder Mails geschrieben habe.

Wochenenden sind natuerlich frei. Diesen Samstag hab ich zwar “gearbeitet”, da Linda und Garth abends auf eine Party eingeladen waren, war aber dennoch sehr schoen. Haben nachmittags mit Garth Paintball gespielt. Haben aber natuerlich nur auf Zielscheiben geschossen. War dennoch sehr cool!
Sonntag hatte ich dann meinen ersten freien Tag und bin ins 1,5 h entfernte Whangarei, die groesste Stadt im Northland (mit 45.000 Einwohnern!) gefahren. War dort in der Innenstadt und habe mir anschliessend den Wasserfall angesehen! War auch sehr schoen und bestimmt 20 Grad warm!

Donnerstag, 9. August 2007

4-Tage-Zwischenbericht


Here I am again...
Schonmal ein kurzer Zwischenbericht ueber das Leben als Au-Pair nach vier Tagen:
- mit dem Auto fahren klappt mittlerweile alles besten, musste heute erstmal tanken (hihi, musste aber nichts bezahlen). Der Sprit hier unten ist aber so oder so nur halb so teuer wie in Deutschland.
- die Kinder hatten natuerlich auch schon ihre komischen Phasen und zeigen sich auch gerne mal von ihrer verwoehnten Seite. Insbesondere die Kleine versucht immer wieder durch laute Heulattacken meine Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber sie hab ich eigentlich am Liebsten.
- gestern hab ich hier das Ganze alleine geschmissen, weil Linda bis heute Morgen mit Garth geschaeftlich in Wellington war. Genau zu der Zeit musste Harry sich natuerlich den Virus einfangen, der die halbe kleine 60-Schueler-Schule momentan flachlegt! Super, schoene Kotzeritis :) Hat aber alles bestens geklappt und Linda ist glaub ich auch wirklich zufrieden mit mir, auch wenn es mir nicht immer gelingt die drei vom TV fernzuhalten. Man hat hier ja so ne Art Premiere Programm mit Disney Channel und und und... Da koennen meine Alternativen manchmal einfach nicht mithalten. Fuer Vorschlaege fuer Unterhaltungsmoeglichkeiten bin ich immer offen.
- In meiner Freizeit erkunde ich die wunderschoenen Straende hier in der Gegend - die letzten Tage teilweise auch nachmittags mit den Kindern. Das macht Spass!
- Heute Abend waren wir im Dorf Pizza essen. Ist so ne typische Dorfkneipe, wo jeder jeden kennt. Hab ein paar weitere Einheimische kennengelernt. Das war sehr nett.
- Uebernaechstes Wochenende treffe ich mich wahrscheinlich wieder mit Marlene um mit dem Auto an die Nordspitze zu fahren.

Zusammenfassend: Bin dabei mich hier einzuleben. Mittlerweile weiss ich groesstenteils, wo sich alles im Haus befindet. Aber ist natuerlich auch irgendwie ein komisches Gefuehl ploetzlich in einem fremden Haushalt mit zu leben. Manchmal ist das doch noch alles ein bisschen fremd, aber das wird schon alles!

Montag, 6. August 2007

Ich bin Au-Pair!

3. Etappe!
Ich bin in Leigh, bzw einem Berg bei Leigh, angekommen, wo ich die naechsten zwei Monate verbringen werde.
Und nach meinen ersten Eindruecken vom Leben der Familie Falconer muss ich sagen, dass das glaube ich ein echter Gluecksgriff gewesen ist!
Die drei Kinder, Laila, Harry und Fraser sind bisher echt liebenswert und haben mich anscheinend nach meinem ersten Tag gestern bereits akzeptiert. Linda und Garth, die Eltern, scheinen auch sehr nett und vor allem auch recht wohlhabend zu sein. Aber beginnen wir beim Abschied von Jill. Das war ganz schoen ruehrend, denn als Garth und Laila mich direkt in Avondale mit ihrem Mercedes abgeholt haben, umarmte mich Jill und musste ein paar Traenen verdruecken! Damit hatte ich, obwohl wir uns wirklich gut verstanden haben, nicht gerechnet.
Die Fahrt nach Leigh dauerte etwas ueber eine Stunde! Schoen aus der grossen Stadt rauszukommen und Neuseeland zu erleben, wie es wirklich ist, naemlich verdammt gruen! Ueberall Waelder, Berge und direkt daneben das Meer! Dann waren wir im Dorf Leigh angekommen, aber erst nach ca 10 Minuten Fahrt den naechsten Berg hoch waren wir beim Hause Falconer angekommen! Von aussen sieht es wie eine Berghuette aus, aber innen ist es alles andere als rustikal! Aber seht selbst! Werde gleich ein paar Bilder hochladen! Die Familie hat jedenfalls echt Stil!
In meinem neuen Bett habe ich dann auch gut geschlafen, nachdem ich den restlichen Tag gestern viel mit den Kids gespielt habe.
Heute Morgen war um kurz nach 7 Fruehstueck angesagt, Brote fuer die Schule schmieren, die Kinder zum Anziehen und Zaehne putzen antreiben und dann sollte ich doch tatsaechlich gleich ins Auto um die drei zur Schule zu fahren! Hui, ein bisschen Bammel hatte ich da ja schon, aber im Saab mit Automatik war es eigentlich gar nicht so schwer. Musste nur aufpassen, dass ich nicht auf die falsche Strassenseite gerate und viel Gegenverkehr hat man hier gluecklicherweise auch nicht! Mittlerweile bin ich hier also ganz allein. Garth ist schon um 5 zur Arbeit aufgebrochen und Linda nun eben auch, nachdem sie mich in den Haushalt etc eingewiesen hat. Ich werde also gleich Staubsaugen und ein bisschen aufraeumen! Um 2 kommt sie wieder, dann hol ich um 3 die Kinder von der Schule ab und fahre die beiden Jungs zum Tennis.
Hoert sich alles ganz gut an, oder?

Hab euch alle sehr lieb!

Dienstag, 31. Juli 2007

Mein Leben in Neuseeland

Morgens um 7 Uhr (am) klingelt mein handy. Nein, es ruft nicht faelschlicherweise jemand aus Deutschland an, bei denen es (10 h zurueck) gerade 21 Uhr des Vorabends ist. Es ist das vertraute Kikeriki, dass mich bereits in Deutschland zu wecken pflegte. Ich drehe mich nochmal um, um dann wenige Minuten spaeter mein beheizbares Bett zu verlassen. Ein Bett mit Heizung??? Ja, ganz richtig, verstellbar in drei verschiedenen Waermestufen. Dennoch schlafe ich meist in Marks Jogginghose! Wieso das ganze fragt ihr euch? Nun, ich bin zwar gerade in Neuseeland und nicht am Suedpol (wobei das auch gar nicht so weit weg ist...), aber die Neuseelaender kennen leider keine Zentralheizung! In fast jedem Raum steht dafuer ein kleiner Heizluefter. Ich soll mich nicht so anstellen? Tu ich ja auch gar nicht! Mittlerweile hab ich mich ja dran gewoehnt und die erste schlimmere Erkaeltung ist nun auch ueberstanden. Aber vergesst nicht, ihr habt Sommer und bestimmt mindestens 20 Grad. Ich bin aber ja auf der Suehalbkugel und hier ist der Juli der kaelteste Monat im Jahr. Gut, was heisst hier kalt. Auf der Nordinsel bedeutet das durchschnittlich Tagestemperaturen von ca 14 Grad. Winter!!! :) Aber die Haeuser sind nicht sehr gut isoliert und so wird es doch abends ein bisschen kuehl!
So, ich bin mittlerweile auch aus dem Bett aufgestanden, schnappe mir mein Handtuch und husche schnell aus meinem Zimmer ins schraegueberliegende bad. Dabei oeffnet sich die Tuer nicht durch die uns bekannten Tuerklinken sondern einen Drehknopf. Damit meine nackten Fuesse nicht all zu lange auf dem kalten Boden ausharren muessen, geht es so schnell wie moeglich unter die Dusche. Als ich meine Haare foehnen will, bemerke ich, dass ich meinen Adapter – die Steckdosen sind hier naemlich anders- im Zimmer vergessen habe, wo gerade meine Kamera-Akkus aufladen. Beim Zaehneputzen schmecke ich den einzigarten Geschmack des neuseelaendischen Leitungswassers. Das soll man nicht trinken, ohne es vorher abgekocht zu haben. Fuer die Hygiene reichts aber! Schnell werden die Schulsachen eingepackt. Dabei wuerde mir Jills Katze Samara gerne zur Hand gehen. Jill hat inzwischen nach dem allmorgendlichen ueberaus freunlichen, immer gut gelaunten “Good Morning, Christ(e)ina! How are you?” das Haus verlassen. Mein Homestay-brother Zepher aus China hat auch schon seine Portion Nudeln zum Fruehstueck verdrueckt. Fuer mich gibts lieber Muesli oder Toast mit Marmelade oder Peanutbutter. Inzwischen ist es kurz nach acht. In meiner knallroten Allwetterjacke mache ich mich bei Regen auf den Weg zur 5 Minuten entfernten Bushaltestelle. Um 8.15 Uhr faehrt mein Bus Richtung “Downtown”. Mein Bus? Na ja, eigentlich hab ich was das angeht eine grosse Auswahl und kann alle Busse zwischen 110 und 180 nehmen. Das war anfangs ein bisschen irritierend. Beim Einsteigen, nur durch die Tuer beim Fahrer, muss ich dem Busfahrer (meist Maori) meine Fahrkarte geben. Nach dem Pre-Paid-System wird meine Fahrt abgebucht.
Im Bus selbst beobachte ich die vielen Menschen und hoere Musik – in letzter zeit viel von Kettcar.
Um mich herum sitzen viele Schueler in ihren Uniformen. Sie tragen also alle das gleiche. Die Kleiderwahl meiner restlichen Mitfahrer variiert jedoch enorm! Vom jungen mann in Flip Flops – wenn auch mit Socken – und Shorts zur aelteren Dame im Wintermantel mit Handschuhen und Schal ist alles vertreten. Nach einer 30-minuetigen Fahrt von Avondale aus durch weitere Vororte bin ich in der Innenstadt angekommen. Die Strassen sind voll. So weit das Auge reicht, sieht man asiatische Autos. Nur vereinzelt trifft man mal auf einen VW, Audi oder BWM. Ebenso wie auf der Strasse wimmelt es auch auf den Buergersteigen nur so von Asiaten. Auf dem weiteren Weg zum Taylors College komme ich mir ein bisschen vor wie in Chinatown, denn neben mir reiht sich ein Asia-Takeawy-Shop an den anderen. Schon am fruehen Morgen gibts es ueberall Sushi en masse! Na gut, dass war jetzt ein bisschen uebertrieben. Natuerlich sind auch maori, Inder und Afrikaner und very-British aussehende Leute mit mir unterwegs und zwischen den Sushi-Laeden befinden sich auch andere Bars und Cafes. auch hier ist die Bandbreite riesig. Von Starbucks zu Alis Kebab Centre ist alles zu finden. Ausserdem ist die K'Road Aucklands Partymeile mit Ansaetzen des Rotlichtmilieus (Las Vegas Stribclub).
Um kurz vor 9 betrete ich dann das College, das von aussen eher wie ein nobles Buerogebaeude aussieht. Mit dem Fahrstuhl fahre ich in den viereten Stock und eile in den glaesernen Klassenraum und habe ein bisschen Angst zu spaet zu kommen. Doch ich bin erst die Dritte von 17 und es ist bereits 9:02 Uhr. Drei Minuten spaeter erscheint auch unsere Lehrerin Jill (man dutzt hier die Lehrer). Den sich ihr bietenden Anblick ist sie schon gewoehnt. Mittlerweile sind wir Europaeer (1 Italienerin, 4 Deutsche und 2 Russinnen) komplett. Ausserdem duerfen wir die Gesellschaft von einem Koreaner und einem, die Vorurteile brechenden, Brasilianer geniessen.
Die noch fehlenden Kolumbianer, Brasilianer und Argentinier treffen meist alle in den naechsten 10 Minuten ein. Ausnahmen sind jedoch die Regel und so kommt Rodrigo manchmal auch erst um 09:45 Uhr. Viel interessanter findet Jill allerdings die Frage, wer heute die Hausaufgaben gemacht hat. Gut 50 % melden sich. Der rest rettet sich mit Ausreden wie “ Ich war auf dem Skytower und der Ausblick hat mich bis abends dort gefesselt” oder “ Ich hab meinen ersten Bungee-Sprung gemacht und das Adrenalin wollte und wollte nicht wieder abnehmen”. Egal was, es wird immer akzeptiert. Nach drei Stunden im adavance course, vielen Grammatikaufgaben, presentations und group work ist der Schulalltag auch schon wieder vorbei! Ausnahme am Montag bis 3 pm!
Anschliessend geht es ins library um gratis E-Mails zu checken und diesen Blog aktuell zu halten. Danach gehts die Queen Street, Auckland Hauptstrasse steil runter. Manchmal mit Mitschuelern, manchmal allein wird etwas Essbares zum Lunch gesucht. Mich verschlaegt es meist zu einem Inder, bei dem ich fuer 6$ eine riesen Portion Reis mit irgendwas anderen ;) bekomme. Der nachmittag geht dann immer sehr schnell vorbei mit einem Mix aus Jobsuche, Sight-seeing und Relaxen in einem der vielen wunderschoenen Parks!
Das war inzwischen wieder moeglich, da die Regenwolken verschwunden sind und die Sonne scheint. Ohne Jacke schlender ich durch die Strassen. A propos Strassen... was das ueberqueren dieser betrifft, gibt es hier auch eigene Regeln, nicht nur was den Linksverkehr angeht! An grossen Kreuzungen gehen naemlich alle Passanten gleichzeitig von Strassenseite zu Strassenseite. Alle Autos bleiben stehen und die Fussgaenger laufen wirklich einmal QUER ueber die Kreuzung. Das sieht verdammt cool aus! Und noch etwas ist anders! Das gruene Ampelmaennchen wird immer nur sehr kurz angezeigt. Anschliessend blinkt das rote Maennchen um darauf vorzubereiten, dass es gleich endgueltig rot wird.
Zurueck im kleinen Avondale bin ich meisten um 6 pm. Dann kommt auch Jill nach Hause und es ist fast stockdunkel (Winter!!).
Das schon zur Gewohnheit gewordene “Dinner is ready” ertoent und gemeinsam mit Jill und Zepher am Esstisch geniesse ich Fleisch in diversen Variationen, veges und suesse Kartoffeln (unsere schmecken deutlich besser!!) oder Reis.
Anschliessend wird noch ein bisschen mit den Katzen gespielt, TV geguckt oder ich beschaeftige mich selbst mit Dingen wie diesen hier.
Als ich letztendlich gegen 10pm totmuede ins Bett falle, hoere ich den Regeln auf das Dach prasseln! Ja, das Wetter hier ist wirklich sehr wechselhaft...